Partner

Unsere Partnerorganisation in Sri Lanka:
www.sarvodaya.org

Die Sarvodaya-Shramadana-Initiative ist eine einzigartige Selbsthilfeorganisation, welche eine ganzheitliche Sichtweise hinsichtlich Entwicklung, Frieden und spiritueller Erweckung vertritt. Die Initiative wurde vor über 45 Jahren von Dr. A. T. Ariyaratne, damals Lehrer in Colombo, gegründet.

Seit dem Beginn in einem kleinen Dorf hat sich der Einfluss der Bewegung auf über 15'000 Dörfer der Insel ausgeweitet. Hinzu kommt Unterstüzungshilfe aus aller Welt.

Übersetzt aus dem Sanskrit bedeutet Sarvodaya Shramadana «die Erweckung aller durch gemeinsame Arbeit ». Auf heute bezogen bedeutet dies, das freiwillige Teilen von Ressourcen, vor allem Zeit, Gedanken und persönliche Anstrengung.

Die Bewegung fördert auf den Menschen ausgerichtete Entwicklungsprojekte, um die Lebensqualität der ärmsten Menschen eines Landes zu erhöhen.

Die Herangehensweise ist derart, dass traditionelle Werte Sri Lankas bei der Schaffung von Frieden berücksichtigt werden. Man versucht auch die globale Entwicklungspolitik so zu beeinflussen, dass stärker auf die Menschen und die nicht-wirtschaftlichen Seiten des Lebens Rücksicht genommen wird.

In der Überzeugung, dass Entwicklungsbemühungen den Lebensstandard aller Menschen einer Gesellschaft heben sollten, wurden in der Vergangenheit vor allem Selbstverantwortlichkeit anstatt Abhängigkeitsbeziehungen gefördert. Dies ermöglicht es den Menschen und bestärkt sie gleichzeitig, ihre eigene Zukunft in die Hand zu nehmen.

Durch die Anleitung zum Organisieren und das Teilen von freiwilliger Arbeit, versucht der Sarvodaya-Ansatz die Familien und die Gemeinschaft zu stärken, sowie national und global dringend notwendige Entwicklungen voran zu bringen.

Eine Vision für das 21. Jahrhundert

Sarvodayas Vision einer neuen sozialen Ordnung ist im religiösen Erbe des Landes verwurzelt – eine multikulturelle Gesellschaft ohne extreme Armut und extremen Überfluss, welche auf den Grundwerten Gandhis, Wahrhaftigkeit, Gewaltlosigkeit und Selbstlosigkeit beruht. Diese Gesellschaft lebt von den Idealen mitbestimmender Demokratie und ist gekennzeichnet durch Gewaltenteilung und dezentrale Verteilung der Ressourcen. Sie garantiert die grundlegenden Menschenrechte und die Efüllung der wichtigsten Grundbedürfnisse.

In dieser Gesellschaft wird die natürliche Umwelt geschützt und gepflegt.

Das Erwachen ist die Grundvoraussetzung für die Entwicklung einer Persönlichkeit, einer Gemeinschaft oder eines Landes. Erwachen findet statt, wenn sich Menschen zum Wohl aller zusammenfinden. Um persönliches und soziales Erwachen zu erreichen, strebt Sarvodaya nach einer ausgeglichenen Integration spiritueller, moralischer, kultureller, sozialer, wirtschaftlicher und nicht zuletzt politischer Dimensionen.

Warum Savordaya gebraucht wird

Sri Lanka ist ein armes Land. Die steigenden Exporte und der damit verbundene Anstieg des Bruttosozialprodukts hat nur wenigen eine Erhöhung des Lebensstandards gebracht. Der Fortschritt ist auf die Städte und die oberen Schichten der Bevölkerung beschränkt.

Viele in der Landwirtschaft beschäftigte Menschen leben an oder unter der Armutsgrenze.

Die Industrialisierung hat auch arme Stadtbewohner hervorgebracht, deren Einkommen zwar gestiegen ist, aber nicht zum Kauf von genügend Nahrungsmitteln ausreicht.

Das Ergebnis dieser ungleichmäßigen Entwicklung ist das Asteigen der nationalen Selbstmordrate, der Kriminalität und des Alkoholismus. Ausgeschlossen von der steigenden Prosperität fühlen sich viele machtlos und nicht in der Lage sich selbst zu helfen. Oft verzweifeln sie und werden destruktiv oder gewalttätig. Die sichtbarste Folge dieser Entwicklung ist der Bürgerkrieg, ein bewaffneter Konflikt, der seit 1983 schwelt. Mindestens 60'000 Menschen, meist Zivilisten, sind seitdem bei den Kampfhandlungen ums Leben gekommen. Mehr als eine Million sind Flüchtlinge.

Um dieser tief verwurzelten Probleme Herr zu werden, arbeitet Sarvodaya direkt mit Menschen aller Altersgruppen in den einzelnen Dörfern. Dies erzeugt Selbstbestimmung und Verantwortlichkeit nicht nur bei den Menschen, sondern auch in der Gemeinschaft. Die Bewegung arbeitet sowohl nach dem Bottom-Up-Prinzip, in dem von unten entstehende Entwicklungen unterstützt werden, als auch nach dem Tp-Down-Prinzip,wobei gezielt Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickelt werden. Die Projekte sind lokal verwurzelt und werden von den Dorfbewohnern, welche vorher durch Sarvodaya geschult wurden, umgesetzt.Sarvodaya ist überzeugt, das nachhaltige Entwicklung nur möglich ist, wenn gleichzeitig Harmonie und Gewaltlosigkeit angestrebt wird. Deshalb verwendet die Initiative Ressourcen und Kraft auf, um den Krieg zu beenden. 1999 organisierte sie eine Friedensbewegung, an deren Inaugurationsveranstaltung – ein Marsch für den Frieden – mehr als 170'000 Menschen teilnahmen. Diese Art Aktivitäten werden andauern, bis der Kriegszustand beendet ist. Aber Sarvodayas Ziel ist es nicht,die Grundlagen für einen dauerhaften Frieden zu schaffen, sondern ein anhaltendes Bemühen um das Heilen seelischer Wunden, um Versöhnung und wirtschaftliche Ausgeglichenheit.